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Wien, 11. Mai 2007
Sehr geehrte Frau Umweltstadträtin Mag. Sima!
Jahrestag der "Hundstrümmerl-Petition"
Vor einem Jahr, am 11. Mai 2006, fand im Wiener Rathaus die Übergabe der "Hundstrümmerl-Petition" statt. Darin forderten von Ihnen fast 160.000 Menschen die nachhaltige Lösung des Wiener Hundekotproblems - durch mehrjährige, intensive Öffentlichkeitsarbeit und die Umsetzung der diesbezüglich bestehenden Gesetze und Verordnungen (Strassenverkehrsordnung, Grünanlagen Verordnung, Reinhalte Verordnung).
Was wurde damals versprochen?
Bereits Ende März des vergangenen Jahres stellten Sie "ein integratives Konzept mit einer großen Kampagne und pädagogischen Maßnahmen" (der Standard, 01.04.2006) in Aussicht. Unter Anderem war die Rede von einer in mehreren Wellen stattfindenden Plakatkampagne, deren Erfolg auch evaluiert werden sollte. "Erst wenn nichts hilft, steht am Ende des Tages die Strafe" (der Standard, 01.04.2006) kündigte Bürgermeister Dr. Häupl an.
Nun - das klang immerhin nach einem planvollen Vorgehen.
War das ein Aprilscherz?
Auf die Evaluierung der Plakatkampagne vom Herbst 2006 wurde verzichtet. Wie soll jetzt deren "Erfolg" ermittelt werden?
Wo sind die über das Affichieren von Plakaten und Aufklebern hinausgehenden pädagogischen Maßnahmen?
Bis heute geben Sie nicht bekannt, über welchen Zeitraum sich das "integrative Konzept" erstreckt. Wann folgt die 2. Plakatwelle und was soll danach geschehen?
Niemand ist zuständig!
Obwohl sich in Wien ein Heer von Magistratsbediensteten um den reibungslosen Ablauf des öffentlichen Lebens bemüht - von der Straßenreinigung über Parksheriffs bis zu Stadtgärtnern - ist niemand mit entsprechenden Kompetenzen ausgestattet, die Verkotung des öffentlichen Raumes zu unterbinden. Während sich in Graz und Innsbruck mittlerweile auch Gemeindebedienstete der Hundekotproblematik widmen, indem sie aufklären, ermahnen und bei Bedarf auch strafen (die Presse, 13.04.2007; ORF Steiermark, 19.04.2007), beharren Sie auf der Meinung, nur die Polizei könne diese Kontrollfunktion wahrnehmen.
Leider haben die paar angekündigten Schwerpunktaktionen pro Jahr, zu denen sich die Wiener Polizei bereit erklärt, bisher wenig bewirkt.
Konflikte lösen sich nicht von allein
In einem Interview wünschen Sie sich mehr soziale Kontrolle, um den gesellschaftlichen Druck auf uneinsichtige Hundehalter zu erhöhen (Falter, 29.03.2006). Im Zusammenhang mit Ihrer Weigerung, für dieses Delikt auch Strafen verhängen zu lassen - von welchem Organ auch immer - empfinden wir diese Aussage als zynisch.
Anstatt Ihrer politischen Aufgabe nachzukommen, wälzen Sie damit den Konflikt auf uns BürgerInnen ab.
Solange es für Fehlverhalten keinerlei Ermahnungen oder Sanktionen und es keine Instanz, solche zu verhängen, gibt, werden Aggressionen rund um das Thema Hundekot nicht abreißen.
Von der "Hundstrümmerl-Petition" bis zur nachhaltigen Lösung
Im Namen von 157.631 Menschen fordern wir Sie zum wiederholten Male auf, in Sachen Hundekot langjährige intensive Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben und dafür zu sorgen, dass die diesbezüglich bestehenden Gesetze und Verordnungen (Strassenverkehrsordnung, Grünanlagen Verordnung, Reinhalte Verordnung) auch nachhaltig und flächendeckend zur Anwendung kommen!
Hochachtungsvoll,
DI Petra Jens
Tatjana Marchel
Mag. Ingrid Pecher
(Vorstand des Vereins Fairness im öffentlichen Raum - Initiative Eltern gegen Hundekot)
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