Initiative Eltern gegen Hundekot



 

Bezirks-Ranking

Fragestellung

Wie wichtig wird das Hundekotproblem in den einzelnen Wiener Gemeindebezirken genommen und wie sehr sind die einzelnen Bezirke auch bereit, selbst etwas dagegen zu tun?
Welche Maßnahmen wünschen sich Wiens BezirksvorsteherInnen seitens der Wiener Stadtverwaltung?
Diese Fragen versucht die Initiative "Eltern gegen Hundekot" zu beantworten, basierend auf Interviews mit allen Wiener BezirksvorsteherInnen im März 2007.
Erhoben wurde von den 23 Wiener Bezirksvorständen (bez. in 4 Fällen von deren Stellvertretern):

  1. Die im vergangenen Jahr von Bezirksseite gesetzten Maßnahmen
    (offene Fragestellung)
  2. Welche zielführenden Maßnahmen seitens der Stadt Wien in Zukunft durchgeführt werden sollten.
    (offene Fragestellung)
  3. Die persönliche Einschätzung des Problems Hundekot im öffentlichen Raum im jeweiligen Bezirk
    (offene Fragestellung)
  4. Die persönliche Einschätzung des durch Hundekot verursachten Verschmutzungsgrades im jeweiligen Bezirk (auf einer Skala von 1 "sehr sauber" bis 5 "sehr verschmutzt")

 

Bezirks-Ranking

Diese Reihung der Wiener Gemeindebezirke bildet das Engagement der Bezirksvertretungen bezüglich "Hundekot im öffentlichen Raum" ab. Als Grundlage dienten die Antworten auf die Frage, welche Maßnahmen im vergangenen Jahr von Bezirksseite her gesetzt wurden und wie wichtig das Thema genommen wird. Eine hohe Bewertung steht für starkes Engagement (siehe Grafik 1).
Dabei wurden Maßnahmen, die auf eine höhere Eigenverantwortung bei Hundehaltern abzielten höher bewertet als solche, bei denen es sich lediglich um verstärkte Reinigung von Straßen und Parks handelte. Dass sich die Errichtung von Hundezonen in den flächenmäßig begrenzten Innenbezirken schwieriger gestaltet als in Außenbezirken, wurde ebenfalls berücksichtigt. Zusätzliche Sackerlautomaten wurden in so gut wie allen Bezirken aufgestellt.

 


Grafik 1

Strahlender Sieger des Rankings ist der 6. Bezirk, wo im Vorjahr alle HundebesitzerInnen persönlich angeschrieben und mit kostenlosen Kotentfernungssets versorgt wurden. Weitere Sets können bei der Bezirksvorstehung gratis abgeholt werden. Dazu wird über Piktogramme auf Gehsteigen und über ein Einwirken auf die Polizei versucht, die Situation zu verbessern. Eine besondere Aktion war ein Wettbewerb gemeinsam mit der graphischen Lehr- und Versuchsanstalt zum Thema Hundekot (die Umsetzung der Siegerprojekte wurde vom Magistrat nicht genehmigt). Bezirksvorsteherin Kaufmann, selbst Hundebesitzerin, spricht auch andere HundehalterInnen persönlich an.

Ganz knapp darauf folgt der 5. Bezirk, der nach eigenen Angaben die höchste Dichte an Hundezonen hat und neben Broschüren und Verbotsschildern auch eine eigene Kampagne gegen den Hundekot auf die Beine gestellt hat. Frau Bezirksvorsteherin Hallal-Wögerer ist selber Hundehalterin und bemüht sich in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen, wie "Wiener Wohnen", um Heckenpflanzungen in stark belasteten Gegenden. Für die Zukunft ist eine bezirksübergreifende Zusammenarbeit mit dem 4. Bezirk geplant.

Platz drei nimmt der 9. Bezirk ein, in dem ein eigener Hundeaktionstag mit Beratung und persönlichen Gesprächen stattgefunden hat. Auch darüber hinaus spricht Frau Bezirksvorsteherin Malyar HundehalterInnen persönlich an, schaltet Zeitungsartikel zu diesem Thema und plant für die nähere Zukunft gemeinsam mit der Stadt Wien eine Aktion "Hundeführschein".

Auf dem 4. Platz findet sich die Bezirke 7, 8 und 17, wo ebenfalls alle HundebesitzerInnen persönlich angeschrieben und mit Gratissackerl sowie eigenen Hundefoldern versorgt wurden. Auch hier setzen sich Bezirksvertreter regelmäßig in persönlichen Gesprächen mit HundehalterInnen auseinander. Im 17. Bezirk werden Bilder von besonders verschmutzten Flächen in der Bezirkszeitung veröffentlicht.

Den 5. Platz nimmt der 12. Bezirk ein. Hier wurde ein eigener Hundefolder erstellt, den die GemeinderätInnen dann persönlich beim Gassigehen verteilten. Darüber hinaus werden Privatinitiativen zur Bepflanzung von öffentlichen Grünflächen gefördert und gemeinsam mit der MA 42 besonders kritische Zonen mit unbegehbaren Gewächsen bepflanzt.

Platz 6 belegt der 14. Bezirk, der neben Piktogrammen auf Gehsteigen und Artikeln in der Bezirkszeitung auch regelmäßig den Rindenmulch austauscht und rund um Parks Zäune errichtet.

Als immer noch recht engagiert zeigten sich die Bezirke 2, 4, 13, 18, 19 und 21, in denen Artikel in den Bezirkszeitungen geschalten, an HundehalterInnen geschrieben oder zumindest Pickerl an prominente Stellen geklebt wurden. Der 4. Bezirk plant zusätzlich noch Projekte in Zusammenarbeit mit Schulen und Tierärzten, sowie weitere bewußtseinsbildende Maßnahmen.

Nicht besonders an der Hundekotproblematik interessiert präsentierten sich die Bezirke 1., 3., 11., 15., 16. und 20. Im 20. Bezirk wird die Straßenreinigung in bestimmten Grätzeln im Rahmen eines Arbeitslosenprojektes intensiviert.

In den Bezirken 10, 22 und 23 beschränkt man sich auf die üblichen Reinigungsaktionen in Zusammenarbeit mit MA 42 (Stadtgartenamt) und MA 48 (Straßenreinigung), sowie dem Errichten von Hundezonen und Sackerlautomaten.

 


Grafik 2

Wünsche an die Wiener Stadtverwaltung

Die Wünsche der Wiener Bezirksvorstände an die Wiener Stadtverwaltung, wie in den kommenden Jahren an das Thema "Hundekot im öffentlichen Raum" herangegangen werden soll, ähneln sehr stark den Forderungen der "Wiener Hundstrümmerlpetition", die im Frühjahr 2006 von fast 160.000 Menschen unterzeichnet wurde (siehe auch hundekot.at).

80 Prozent aller Bezirksvorstände sprechen sich für kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit in Form von Kampagnen aus.
60 Prozent aller Bezirksvorstände wünschen sich Kontrollen durch Polizei oder Magistratsbeamte, wobei sich 11 der Befragten auch explizit für die Verhängung von Strafen aussprechen.
Weitere Wünsche an die Wiener Stadtverwaltung waren: finanzielle Unterstützung (zB.: für bezirksspezifische Info-Broschüren), intensivere Zusammenarbeit mit Hundezüchtern, Bewusstseinsbildung in Volksschulen, u.a.m.

 


Grafik 3

Persönliche Einschätzung des Problems Hundekot

Die große Mehrheit der Wiener BezirksvorsteherInnen misst dem Thema "Hundekot im öffentlichen Raum" mittlere bis hohe Relevanz bei.

 


Grafik 4

Persönliche Einschätzung des Verschmutzungsgrades

Die Verschmutzung des Bezirkes durch Hundekot wird von 70 Prozent der Befragten als mittelmäßig, von 50 Prozent als ungleich verteilt beschrieben. (Erklärung: 1 steht für "sehr sauber", 5 steht für "sehr verschmutzt")

 


Grafik 5

Zusammenfassung

Die Initiative "Eltern gegen Hundekot" sieht in den Ergebnissen dieser Umfrage eine deutliche Bestätigung ihrer Arbeit. Auch die Bezirksvorsteher verlangen von der Gemeinde Wien endlich entschiedenere Maßnahmen gegen die Verschmutzung von Gehsteigen, Grünflächen und Parkanlagen. Hervorgehoben werden müssen die Bezirke Mariahilf, Margareten und Alsergrund, welche besonders vorbildlich Maßnahmen in ihrem eigenen Wirkungsbereich umsetzten.


Mit freundlicher Unterstützung von:



Initiative Eltern gegen Hundekot
Brigittenauerlände 4/3 1020 Wien
Tel.: 0664 558 35 42
kontakt@hundekot.at