Sackerlspender Hundekot

Hundesackerl Nutzung in Wien und Graz

Zum Jahresanfang gibt es aus den größten österreichischen Städten Neuigkeiten über die Nutzung von Hundesackerln. Während in Wien die Verantwortlichen die konsequente Nutzung der Hundekot-Entsorgung auf erfolgreiche Sauberkeitsmaßnahmen in Wien überzeugt sind, wundert sich in Graz die „Holding Graz“ über einen massiven Anstieg.

Wien: 60.000 Hundekot-Sackerl pro Tag

  • 2010: 47.200 Hundekotsackerl
  • 2015: 59.700 Hundekotsackerl

Pro Jahr landen 21,8 Mio. Sackerl mit Hundekot in Wiens öffentlichen Mistkübeln, es gibt mittlerweile 3.164 Hundesackerlautomaten mit Gratis-Sackerl fürs Gackerl in den Wiener Bezirken. Bei rund 61. 000 gemeldeten Hunden in der Millionenstadt sieht sich Umweltstadträtin Ulli Sima bestätigt:

Die HundehalterInnen halten sich mittlerweilen vorbildlich an die Spielregeln und entsorgen die Hinterlassenschafter ihrer Vierbeiner -und die wenigen die es noch immer nicht tun, werden von den WasteWatchern gestraft. Die neuen Zahlen belegen einmal mehr, dass wir mit unserer Strategie für eine saubere Stadt goldrichtig liegen: Breit informieren, Angebot schaffen und streng kontrollieren.

Stadträtin Ulli Sima, zwei WasteWatcher und Bürgermeister Michael Häupl
Stadträtin Ulli Sima, zwei WasteWatcher und Bürgermeister Michael Häupl, Foto: Houdek / PID

88 % der Wiener halten die WasteWatcher für eine gute Sache

Seit acht Jahren kontrollieren die WasteWatcher die Sauberkeitsregeln in der Stadt. Insgesamt sind

  • 50 hauptberufliche WasteWatcher im Einsatz
  • 400 MitarbeiterInnen bei MA 48 und bei den Wiener Stadtgärtnern

und üben ihre Kontrolltätigkeit im Rahmen ihrer anderen Aufgaben aus. Sie sind sowohl in Zweier-Teams als auch alleine unterwegs, meist in zivil. Es gibt immer wieder Schwerpunkttage, an denen bis zu 50 Kontrollorgane in den Bezirken unterwegs sind, um noch stärkeres Bewusstsein zu schaffen. Ein Organmandat von den WasteWatcher kostet 36 Euro in Wien, bei Anzeigen wird es teuer. Die Gelder kommen ausschließlich Sauberkeitsmaßnahmen zu Gute. Bei einer aktuellen IFES-Umfrage wurde festgestellt, dass 88 % der WieneInnen die WasteWatcher für eine gute Sache halten und 96 % der Befragten wollen, dass Sauberkeitsverfehlungen weiterhin geahndet werden.

Die Mistkübel-Untersuchung im Detail

Das Technisches Büro Hauer Umweltwirtschaft GmbH hat im Sommer letzten Jahres Abfallanalysen gemäß ÖNORM S 2097 vorgenommen. Als Grundgesamtheit wurden alle 24.000 Papierkörbe der MA 48 und der MA 42 -Wiener Stadtgärten herangezogen. Nach dem Zufallsprinzip wurden dabei Proben in 24 Parkanlagen und 11 Kehrbezirksbereichen außerhalb der Parks – über ganz Wien verteilt – entnommen. Insgesamt wurden 257 Stichproben in Parkanlagen und in Hundezonen, weiters aus Papierkörben direkt bei Hundesetautomaten als auch aus verschiedenen Behältern der MA 48 gezogen.

In der Folge wurde der Inhalt der ausgesuchten Wiener Papierkörbe eine ganze Woche lang erfasst, die Säcke wurden nach Standorten sortiert und die Anzahl der gefüllten Hundekotsackerl ermittelt. Insgesamt wurden rund 2.400 kg Papierkorbinhalte analysiert und dabei mehr als 5.600 gefüllte Hundekotsackerl gezählt. Diese Ergebnisse der einzelnen Kategorien wurden schließlich auf die Gesamtheit der städtischen Mistkübel hochgerechnet. Nicht analysiert wurden Behälter, die nicht in der Zuständigkeit der MA 48 oder der Wiener Stadtgärten liegen, wie etwa jene der Bundesgärten, private Behälter oder Mistkübel auf der Donauinsel sowie Restmüllbehälter in den Liegenschaften. Die gemessene Sammelmenge stellt daher einen gesicherten Mindestwert dar, der in der Realität sicher übertroffen wird.

Wien Tipp: Sollte ein Hundesackerlspender leer sein, kann über das Misttelefon 01/546 48 bei der MA 48 eine Befüllung angefordert werden. (Quelle)

Graz: 20.000 Hundesackerl pro Tag

Überrascht zeigt man sich in Graz über einen massiven Anstieg bei der Nutzung von Hundesackerl wie die Kleine Zeitung berichtet. Laut Martin Nigitz von der Holding Graz wurden in den letzten Jahren rund 200.000 Sackerl pro Monat verbraucht. Im Jänner 2015 sind es nun aber 100.000 bis 150.000 Stück pro Woche, also mehr als 20.000 Sackerl pro Tag, wenn man das Maximum nimmt. Vandalismus wird ausgeschlossen, da der Trend über ganz Graz sich bereits seit längerem abzeichnete.

Grazer HundehalterInnen über die korrekte Hundekot Entsorgung besser aufgeklärt?

Wenn Hundekot Aufklärungskampagnen nun nachhaltig fruchten, ist dies nur als positiv anzusehen und sorgt „aber“ für einen Nebeneffekt: Eine nicht eingeplante Kostensteigerung im Grazer Stadtbudget – von 45.000 Euro pro Jahr auf 75.000 Euro, wenn die Steigerung anhält. Es wird sich ebenso gefragt, ob die Annahme von insgesamt 15.000 Hunden in Graz noch stimmt.

Kunststoffbeutel billig, dafür problematisch in der Entsorgung

In Graz wird weiterhin auf Kunststoffbeutel gesetzt – zum einen sollen Bio-Hundekotbeutel zu teurer sein, der Hundekot darf laut Holding Graz auch nicht im Biomüll gelagert werden. Das Thema hatte Gemeinderätin Martina Thomüller bereits vor zwei Jahren auf den Tisch gebracht.

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