Internet Betrug mit Welpen

Internet-Betrug mit Welpen: Worauf aufpassen?

Internet-Betrug mit Welpen funktioniert leider noch immer. Kriminelle bieten Tiere im Internet an, die aber gar nicht existieren. Von Interessenten verlangen diese dann Vorabzahlungen. Tierschützer machten sich auf Internetplattformen wieder aktuell auf die Suche nach unseriösen Anbietern von Heimtieren.

Eine Mitarbeiterin der Tierschutzorganisation VIER PFOTEN fiel bei der Durchsicht von Tieranzeigen auf der Plattform kleinanzeigen . at auf, dass eine einzige Email-Adresse für rund 70 Anzeigen für alle möglichen Tierarten verwendet wurde. Hunde und Katzen genauso wie Kapuzineraffen und andere exotische Tiere. Zählt man alle Inseraten-Plattformen zusammen, wurden unter dieser Emailadresse täglich hunderte Anzeigen geschaltet. Die Emailadressen werden allerdings regelmäßig durch neue ersetzt.

Wie der Betrug mit Welpen abläuft

Sie kontaktierte die Anbieterin und gab sich dabei als Interessentin eines Ragdoll-Kätzchens um 200 Euro aus. Im nachfolgenden Email-Verkehr versprach die Anbieterin, die offensichtlich regen Gebrauch vom Google Translator machte, dass die Katze gechipt und tierärztlich untersucht sei. Das Tier würde samt Stammbaum-Dokumentation und Spielzeug per Flugzeug nach Österreich geliefert werden. Danach folgte die erste von insgesamt vier Zahlungsaufforderungen inklusive Informationsbroschüre in schlechtem Deutsch über ein fiktives Transportunternehmen.

Spätestens, wenn eine einzige Quelle so viele verschiedene Tierarten anbietet, sollte man sehr, sehr misstrauisch werden. In diesem Fall hat alles, aber wirklich alles zum Himmel gestunken, und trotzdem haben die Betrüger mit genau diesen plumpen Taktiken Erfolg.

so Martina Pluda, Kampagnenleiterin der Tierschutzorganisation. VIER PFOTEN kritisiert vor allem Online Portale wie kleinanzeigen . at / tiere . at (bei beiden ist Dubai im Impressum angegeben) sowie bazos . at (Tschechien), weil diese Betrügern eine Plattform bieten würden. Eigentlich dürfen seit der Tierschutzgesetz-Novelle 2017 Tiere nur noch unter bestimmten Voraussetzungen inseriert werden. Unter anderen muss man als Züchter registriert sein.

Einige Plattformen halten sich jedoch nicht an das neue Gesetz. Auf diesen Plattformen werden weiterhin Tiere aus unseriösen Zuchtstätten öffentlich feilgeboten, hauptsächlich aus Osteuropa, wo die Zuchtbedingungen schlimm, die Tiere krank sind und die Papiere werden. Sie bieten jedoch, wie unsere Recherche zeigt, auch jenen Betrügern eine Plattform, die Tiere anbieten, die es gar nicht gibt.

sagt Pluda. Erst im Mai berichteten Medien über einen 25jährigen Innsbrucker, der auf Internetbetrügern hineingefallen ist. Der Mann wollte sich eine sogenannte Bengalkatze kaufen. Er leistete über eine Bankverbindung von Western Union zwei Zahlungen für das Tier und den Transport nach Österreich. Erst als die dritte Zahlungsaufforderung kam, wurde er misstrauisch und verständigte die Polizei.

Um nicht in die Fänge von Internet-Betrügern zu gelangen, sollte man keine Tiere kaufen, ohne vorher die Zuchtstätte und die Muttertiere gesehen zu haben. Ein informativer Hundekauf Ratgeber findet sich auf hundund.de. Wer ein Herz für Tiere hat und auf der sicheren Seite sein will, besorgt sich ein Tier aus dem Tierheim. Hier warten viele Hunde und Katzen, aber auch andere Tierarten auf ein neues Zuhause.

Titelbild: 947051 / Pixabay

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